Beutel aus Schlauchfolie selbst herstellen
Fertige Folienbeutel gibt es nur in festen Größen, und Ihre Produkte passen selten genau hinein. Mit Schlauchfolie und einem Folienschweißgerät stellen Sie Beutel in genau der Länge her, die Ihr Produkt braucht. Das spart Material, Lagerplatz für viele Beutelgrößen und sorgt für eine saubere, eng anliegende Verpackung. In dieser Anleitung erfahren Sie, was Sie dafür brauchen, wie Sie die richtige Folie wählen und wie der Ablauf Schritt für Schritt funktioniert.
Was ist Schlauchfolie?
Schlauchfolie ist eine nahtlose Folie in Schlauchform, die flach gelegt auf einer Rolle geliefert wird. Die beiden Längsseiten sind bereits geschlossen. Um daraus einen Beutel zu machen, müssen Sie nur noch die Länge festlegen und die beiden offenen Enden verschweißen. Die angegebene Breite einer Schlauchfolie ist immer die flach liegende Breite.
Die Vorteile gegenüber fertigen Beuteln
- Passgenau: Jeder Beutel hat genau die Länge, die das Produkt braucht, auch bei sehr langen oder wechselnden Formaten.
- Weniger Lagerhaltung: Statt vieler Beutelgrößen lagern Sie nur wenige Rollenbreiten.
- Weniger Materialverbrauch: Kein überstehender Beutel, keine überschüssige Folie.
- Professionelles Erscheinungsbild: Eng anliegende Verpackungen wirken sauber und hochwertig.
Was Sie brauchen
- Schlauchfolie in passender Breite und Stärke, z. B. unsere Premium-Schlauchfolie in Breiten von 30 bis 1000 mm.
- Ein Folienschweißgerät, dessen Schweißnahtlänge mindestens so groß ist wie die Breite Ihrer Schlauchfolie.
- Einen Folienabroller, der die Rolle hinter dem Schweißgerät hält, damit Sie die Folie gleichmäßig abziehen können, z. B. den Folienabroller für Schlauchfolie.
- Optional ein Trennmesser oder einen Messerschlitten am Schweißgerät, damit Sie die Folie direkt am Gerät gerade abschneiden können.
Die richtige Schlauchfolie wählen
Breite
Damit ein dreidimensionales Produkt in den Schlauch passt, muss die flach liegende Breite größer sein als die Produktbreite. Als Faustregel gilt:
Schlauchbreite ≈ Produktbreite + Produkthöhe + 2–3 cm Zugabe
Für ein Produkt mit 20 cm Breite und 5 cm Höhe wählen Sie also eine Schlauchfolie mit etwa 27 bis 28 cm Breite, in der Praxis die nächstgrößere verfügbare Breite, z. B. 300 mm.
Länge des Beutels
Die Beutellänge legen Sie beim Abziehen selbst fest:
Beutellänge ≈ Produktlänge + Produkthöhe + 3–5 cm Zugabe für die Schweißnähte
Folienstärke
- 50 µm: für leichte Produkte und hohe Stückzahlen, material- und kostensparend.
- 100 µm: der Allrounder für viele Standardanwendungen, mit guter Durchstoß- und Reißfestigkeit.
- 150 µm: für schwerere oder wertigere Produkte mit stärkerer mechanischer Belastung.
- 200 µm: für schwere oder kantige Produkte, bei Transport, Lagerung und interner Logistik.
Wenn Ihnen Nachhaltigkeit wichtig ist, gibt es PE-Schlauchfolie mit 50 % Recyclinganteil aus GRS-zertifiziertem Post-Consumer-Rezyklat.
Schritt für Schritt zum fertigen Beutel
- Rolle einsetzen: Setzen Sie die Schlauchfolie auf den Abroller hinter dem Schweißgerät und führen Sie das Folienende über die Schweißbacken nach vorne.
- Folie auf Länge ziehen: Ziehen Sie die Schlauchfolie so weit nach vorne, bis die gewünschte Beutellänge erreicht ist. Das offene Folienende vorne wird später die Öffnung Ihres Beutels.
- Bodennaht schweißen: Drücken Sie den Schweißarm nach unten und verschweißen Sie die Bodennaht des Beutels.
- Ende des Schweißvorgangs abwarten: Die Kontrollleuchte an der Vorderseite des Folienschweißgeräts signalisiert das Ende des Schweißvorgangs, nach etwa 2 Sekunden.
- Beutel abtrennen: Schneiden Sie den Beutel mit dem Messerschlitten von der restlichen Schlauchfolie ab.
- Produkt einlegen und verschließen: Legen Sie Ihr Produkt in den Beutel und verschweißen Sie nur noch die Öffnung.
Für den nächsten Beutel ziehen Sie die Schlauchfolie einfach wieder auf die gewünschte Länge und beginnen erneut bei Schritt 3. Wenn Sie viele Beutel gleicher Größe brauchen, können Sie die Schritte 2 bis 5 auch auf Vorrat ausführen und die Beutel später befüllen.
Tipps für saubere Ergebnisse
- Folie glatt einlegen: Falten in der Naht führen zu undichten Stellen. Ziehen Sie die Folie vor dem Schweißen leicht straff.
- Schweißzeit anpassen: Dickere Folien brauchen mehr Wärme. Testen Sie die Einstellung beim Wechsel der Folienstärke an einem Reststück.
- Gerade abschneiden: Ein Messerschlitten oder Trennmesser am Schweißgerät sorgt für saubere, gerade Kanten.
- Mehrere Längen standardisieren: Markieren Sie häufig benötigte Beutellängen auf dem Arbeitstisch. Das beschleunigt die Arbeit.
- Arbeitsfläche nutzen: Ein angebauter Arbeitstisch erleichtert das Ablegen und Positionieren der Produkte.
Das passende Folienschweißgerät
Für die Verarbeitung von Schlauchfolie eignen sich Tischfolienschweißgeräte mit passender Schweißnahtlänge. Das Folienschweißgerät KT-2010HC ist mit einem Messerschlitten für Schlauchfolie ausgestattet und verschweißt PE- und Verbundfolien mit einer 10 mm breiten Naht. Für höhere Stückzahlen bietet die M-Serie eine Bedienung per Fußtaster und beidseitig beheizte Schweißbacken. Dazu gibt es einen passenden Folienabroller. Alle Geräte finden Sie in unserer Kategorie Tischfolienschweißgeräte.
Wie die Schweißnaht entsteht, erklären wir im Ratgeber So funktioniert ein Impulsschweißgerät. Welche Folien sich überhaupt schweißen lassen, lesen Sie in unserem Ratgeber Welche Folien lassen sich schweißen?
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