Welche Folien lassen sich schweißen?
Nicht jede Folie lässt sich mit jedem Folienschweißgerät verschließen. Ob eine Naht dicht und fest wird, hängt vom Kunststoff, vom Aufbau der Folie und von ihrer Stärke ab. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Folien sich schweißen lassen, worauf Sie bei Verbund- und Alufolien achten müssen und welches Schweißverfahren jeweils passt.
Grundregel: Nur Thermoplaste lassen sich schweißen
Folienschweißen funktioniert nur mit sogenannten Thermoplasten. Das sind Kunststoffe, die bei Wärme weich werden, schmelzen und beim Abkühlen wieder fest werden. Beim Schweißen schmelzen die beiden Folienlagen an der Kontaktstelle und verbinden sich unter Druck zu einer festen Naht. Materialien, die bei Hitze nicht schmelzen, wie Papier, reine Aluminiumfolie oder Gewebe, lassen sich dagegen nicht verschweißen. Das geht nur, wenn sie mit einer schweißbaren Kunststoffschicht beschichtet sind.
Die wichtigsten Folienarten im Überblick
| Folie | Schweißbar? | Typische Anwendung | Empfohlenes Verfahren |
|---|---|---|---|
| PE (Polyethylen) | sehr gut | Flachbeutel, Druckverschlussbeutel, Schlauchfolie | Impulsschweißen |
| PP (Polypropylen) | gut, höhere Temperatur nötig | Klarsichtbeutel, Lebensmittel, Textilien | Impulsschweißen |
| PA/PE-Verbund | gut, über die PE-Schicht | Vakuumbeutel, Lebensmittel | Impulsschweißen |
| Alu-Verbund (z. B. PET/Alu/PE) | gut, über die PE-Schicht | Elektronik, Pulver, Kaffee, Langzeitlagerung | Dauerwärme oder beidseitige Beheizung |
| PVC | bedingt | Schutzhüllen, Planen | meist Hochfrequenzschweißen |
| Papier, reine Alufolie, Gewebe | nein, nur mit Siegelbeschichtung | – | – |
PE-Folie: der Klassiker
Polyethylen ist die am häufigsten geschweißte Folie. Sie schmilzt bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen, hat ein breites Schweißfenster und verzeiht kleinere Abweichungen bei der Schweißzeit. Deshalb lässt sie sich mit nahezu jedem Impulsschweißgerät problemlos verarbeiten.
- LDPE und LLDPE sind weich, flexibel und sehr gut schweißbar, zum Beispiel für Versand- und Flachbeutel.
- HDPE ist steifer, knistert beim Anfassen und benötigt etwas mehr Wärme bzw. eine längere Schweißzeit.
Beachten Sie: PE schützt gut vor Feuchtigkeit und Staub, lässt aber auf Dauer Sauerstoff durch. Für Vakuumverpackungen oder lange Lagerzeiten sind daher Verbundfolien besser geeignet.
PP-Folie: klar, aber anspruchsvoller
Polypropylen ist besonders klar und steif und wird gern für Präsentationsverpackungen eingesetzt. PP schmilzt bei höheren Temperaturen als PE und hat ein schmaleres Schweißfenster: Bei zu wenig Wärme hält die Naht nicht, bei zu viel wird sie schnell spröde.
- Gegossene PP-Folie (CPP) lässt sich gut schweißen.
- Gereckte PP-Folie (BOPP) neigt beim Schweißen zum Schrumpfen und Verziehen. Sie lässt sich meist nur dann sauber verschließen, wenn sie mit einer Siegelschicht versehen ist.
Testen Sie die Schweißzeit bei PP am besten an einem Reststück und erhöhen Sie sie schrittweise.
Verbundfolien: auf die Siegelschicht kommt es an
Verbundfolien bestehen aus mehreren Schichten, die jeweils eine Aufgabe übernehmen. Eine Außenschicht aus PA (Polyamid) oder PET sorgt für Festigkeit, Durchstoßfestigkeit und Barriere. Die Innenschicht aus PE dient als Siegelschicht. Sie ist es, die beim Schweißen schmilzt.
Daraus ergeben sich zwei wichtige Regeln:
- Siegelschicht auf Siegelschicht: Die beiden PE-Innenseiten müssen beim Schweißen aufeinanderliegen. Bei fertigen Beuteln ist das automatisch der Fall. Wenn Sie Folie selbst falten oder zuschneiden, achten Sie auf die richtige Seite.
- Die Außenschicht schmilzt nicht mit: PA und PET haben einen deutlich höheren Schmelzpunkt als PE. Die Wärme muss also durch die Außenschicht hindurch bis zur Siegelschicht gelangen. Verbundfolien benötigen daher meist etwas längere Schweißzeiten als reine PE-Folie gleicher Stärke.
PA/PE-Folie ist der Standard für Vakuumbeutel. Sie ist reißfest, durchstoßfest und bietet eine gute Sauerstoffbarriere.
Alu-Verbundfolien: maximale Barriere
Alu-Verbundfolien, etwa PET/Alu/PE, enthalten eine dünne Aluminiumschicht. Sie schützt nahezu vollständig vor Sauerstoff, Feuchtigkeit und Licht. Deshalb werden diese Folien für empfindliche Elektronik, Pulver, Kaffee oder Produkte mit langer Lagerzeit eingesetzt.
Geschweißt wird auch hier über die innere PE-Schicht. Weil Aluminium Wärme sehr gut ableitet und die Folien meist dicker sind, braucht es mehr Wärmeenergie an der Naht. Gut geeignet sind:
- Dauerwärme-Schweißgeräte, deren Schweißbacken ständig auf Temperatur sind
- Impulsschweißgeräte mit beidseitiger Beheizung, die die Folie von oben und unten gleichzeitig erhitzen
Ein einseitig beheiztes Impulsschweißgerät stößt bei Alu-Verbundfolien dagegen schnell an seine Grenzen.
Sonderfall PVC
PVC ist zwar ein Thermoplast, wird industriell aber meist im Hochfrequenzverfahren verschweißt. Mit Wärmeschweißgeräten lässt sich PVC nur eingeschränkt verarbeiten. Bei Überhitzung entstehen außerdem gesundheitsschädliche Dämpfe. Sorgen Sie deshalb bei PVC immer für gute Belüftung und vermeiden Sie zu lange Schweißzeiten.
Folienstärke: was Sie beachten sollten
- Doppelte Stärke zählt: Beim Schweißen liegen immer mindestens zwei Folienlagen übereinander. Entscheidend ist also die Gesamtstärke.
- Seitenfalten erhöhen die Stärke: An der Stelle einer Seitenfalte liegen vier Lagen übereinander. Die Schweißzeit muss für diesen dicksten Punkt reichen.
- Dicke Folien: Ab einer gewissen Stärke empfiehlt sich ein Gerät mit beidseitiger Beheizung, damit die Wärme gleichmäßig durch alle Lagen dringt.
Die maximale Folienstärke finden Sie in den technischen Daten des jeweiligen Geräts.
So prüfen Sie Ihre Schweißnaht
- Sichtprüfung: Die Naht sollte gleichmäßig, durchgehend und ohne Falten, Blasen oder Löcher sein.
- Reißprobe: Ziehen Sie die beiden Folienlagen an einem Teststück auseinander. Bei einer guten Naht reißt eher die Folie neben der Naht als die Naht selbst.
- Naht zu schwach: Schweißzeit schrittweise erhöhen.
- Naht spröde, dünn oder eingerissen: Schweißzeit verringern.
Das passende Schweißgerät finden
Für PE-, PP- und PA/PE-Folien sind Impulsschweißgeräte in den meisten Fällen die beste Wahl. Wie diese Geräte arbeiten, erklären wir im Ratgeber So funktioniert ein Impulsschweißgerät. Für Alu-Verbundfolien und dicke Folien empfehlen sich Geräte mit beidseitiger Beheizung oder Dauerwärme-Schweißgeräte.
Sie sind unsicher, ob sich Ihre Folie schweißen lässt? Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gern bei der Auswahl des passenden Geräts.