Polstermaterial aus Altkartons selbst herstellen: die Praxis-Anleitung
Altkartons fallen in fast jedem Betrieb an, ob im Wareneingang, im Lager oder in der Produktion. Statt sie zu entsorgen und gleichzeitig Füllmaterial zuzukaufen, können Sie daraus direkt am Packplatz Ihr eigenes Polstermaterial herstellen. In dieser Anleitung erfahren Sie, welche Kartons sich eignen, wie Sie sie vorbereiten, wie Sie das beste Polstermaterial erhalten und wie Sie es beim Verpacken richtig einsetzen.
So entsteht Polstermaterial aus Karton
Ein Kartonschredder schneidet und perforiert die Wellpappe so, dass ein flexibles, netzartiges Material entsteht. Es lässt sich ziehen, falten und um Produkte legen, ist stoßdämpfend und bleibt formstabil. Anders als beim Aktenvernichter entstehen keine Streifen oder Schnipsel, sondern zusammenhängende Polstermatten, die Sie direkt im Versandkarton einsetzen können.
Welche Kartons eignen sich?
Grundsätzlich lassen sich alle gängigen Wellpappkartons verarbeiten. Die Qualität des Polstermaterials hängt aber stark vom Ausgangsmaterial ab:
- Einwellige Kartons liefern das beste Ergebnis: ein gleichmäßiges, weiches und gut formbares Polster.
- Frische Kartons aus dem laufenden Wareneingang ergeben ein besseres Polster als alte, lange gelagerte Kartonagen.
- Mehrwellige Kartons sind möglich, solange die maximale Kartonstärke Ihres Geräts nicht überschritten wird. Beim KT-Desktop sind das bis 11 mm, beim KT-Pro bis 20 mm.
- Etiketten, Klebeband, Klebereste und Druckfarben stören den Prozess nicht.
Nicht geeignet sind feuchte oder nasse Kartons sowie Kartons mit Fremdmaterialien wie Styropor, Schaumstoff oder Kunststoffeinsätzen. Diese Teile sollten Sie vorher entfernen.
Kartons richtig vorbereiten
- Sammeln und trocken lagern: Stellen Sie am Wareneingang einen Sammelplatz für Altkartons ein. Lagern Sie die Kartons trocken, denn feuchte Wellpappe lässt sich schlecht verarbeiten.
- Fremdmaterial entfernen: Einlagen aus Styropor, Schaumstoff oder Kunststoff herausnehmen.
- Kartons flach legen: Kartons auffalten und flach zusammenlegen, damit sie gleichmäßig eingezogen werden.
- Passend zuschneiden: Sehr große Kartonflächen ggf. auf die Arbeitsbreite Ihres Geräts zuschneiden.
Das beste Polstermaterial erzielen
- Schnittbreite einstellen: Mit der einstellbaren Schnittbreite passen Sie das Material an Ihre Kartongrößen und Ihren Bedarf an.
- Polstervolumen wählen: Beim KT-Pro lässt sich das Polstervolumen regeln. So erzeugen Sie je nach Produkt flache Matten zum Einwickeln oder voluminöse Kartonnetze zum Ausfüllen von Hohlräumen.
- Gleichmäßig zuführen: Kartons nicht stapeln oder schräg einführen, sondern Lage für Lage gerade einlegen.
- Bei Stau nicht ziehen: Verklemmt sich ein Karton, nutzen Sie den Rückwärtslauf, statt ihn von Hand herauszuziehen.
- Staub reduzieren: Beim Schneiden von Karton entsteht Staub, vor allem bei trockenen, älteren Kartonagen. Für Arbeitsplätze mit hohem Durchsatz gibt es Anschlüsse für eine externe Staubabsaugung.
Polstermaterial richtig einsetzen
Kartonpolster lässt sich vielseitig verwenden. Die drei wichtigsten Techniken:
- Hohlräume füllen: Voluminöses Kartonnetz locker in die Zwischenräume legen, sodass sich das Produkt im Karton nicht mehr bewegen kann.
- Einwickeln: Empfindliche Produkte in flache Polstermatten einschlagen, ähnlich wie mit Luftpolsterfolie.
- Polsterlagen bilden: Eine Lage Kartonpolster auf den Kartonboden legen, Produkt einsetzen, seitlich auffüllen und oben mit einer weiteren Lage abschließen.
Kartonpolster eignet sich für leichte bis mittelschwere Waren. Für sehr empfindliche oder schwere Güter empfiehlt es sich, es mit anderen Polstermaterialien zu kombinieren.
Den Packplatz sinnvoll organisieren
- Kurze Wege: Stellen Sie den Kartonschredder direkt neben den Packplatz, damit Sie das Material bei Bedarf sofort herstellen können.
- Auffangen statt aufheben: Ein fahrbarer Großvolumenbehälter oder ein Auffangwagen sammelt das Polstermaterial direkt am Auslauf.
- Bedarfsgerecht produzieren: Stellen Sie nur so viel Material her, wie Sie gerade brauchen. Ein Vorrat ist nicht nötig und spart Lagerfläche.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Feuchte Kartons verarbeiten: führt zu Verklebungen und schlechtem Polster. Kartons immer trocken lagern.
- Zu dicke Kartons einführen: überlastet das Gerät. Maximale Kartonstärke beachten.
- Fremdmaterial übersehen: Styropor- oder Kunststoffeinlagen können das Schneidwerk beschädigen. Kartons vorher kurz prüfen.
- Zu wenig Polster im Paket: Das Produkt darf sich nicht bewegen. Lieber eine Lage mehr einsetzen.
Welcher Kartonschredder passt zu Ihnen?
Für kleinere bis mittlere Versandmengen ist der KT-Desktop mit bis zu 70 kg Polstermaterial pro Stunde die kompakte Einstiegslösung. Für hohe Versandmengen und Schichtbetrieb ist der KT-Pro mit bis zu 250 kg pro Stunde ausgelegt. Alle Modelle finden Sie in unserer Kategorie Kartonschredder.
Wie viel Sie mit einem Kartonschredder sparen können und welches Modell sich für welche Branche eignet, erfahren Sie auf unserer Seite Karton als Polstermaterial. Oder sprechen Sie uns direkt an: +49 711 234 383 00 (Mo–Fr, 08:00–17:00 Uhr) oder über unser Anfrageformular. Gern senden wir Ihnen auch Mustermaterial zu.