Metallteile vor Korrosion schützen: Vakuum- und Schutzgasverpackung
Rost auf Ersatzteilen, Anlauffarben auf blanken Oberflächen, Korrosion an Lagern oder Kontakten: Metallteile können schon bei Lagerung und Transport Schaden nehmen, besonders auf langen Seewegen oder bei wechselnden Temperaturen. Eine Vakuum- oder Schutzgasverpackung ist eine saubere und wirkungsvolle Methode, um Metallteile vor Korrosion zu schützen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Korrosion in der Verpackung entsteht und wie Sie Ihre Teile richtig verpacken.
Wie entsteht Korrosion in der Verpackung?
Damit Metall korrodiert, braucht es vor allem zwei Dinge: Sauerstoff und Feuchtigkeit. Verstärkt wird der Prozess durch Verunreinigungen wie Salze, Handschweiß oder Rückstände aus der Bearbeitung.
Besonders kritisch ist Kondenswasser. Kühlt die Luft in einer Verpackung ab, etwa nachts im Container oder beim Transport in kältere Regionen, schlägt sich die enthaltene Feuchtigkeit als feiner Wasserfilm auf dem Metall nieder. Je mehr feuchte Luft in der Verpackung eingeschlossen ist, desto mehr Kondenswasser kann entstehen.
Genau hier setzt die Vakuumverpackung an: Wird die Luft aus dem Beutel entfernt, bleibt kaum noch Sauerstoff und kaum noch Feuchtigkeit übrig, die kondensieren könnte.
Vakuum oder Schutzgas?
Vakuumverpackung
Beim Vakuumieren wird die Luft aus dem Beutel abgesaugt, bevor er verschweißt wird. Der Beutel legt sich eng um das Teil, und es bleibt nur wenig Restluft zurück.
- entzieht Sauerstoff und feuchte Luft
- fixiert Teile im Beutel, sodass sie nicht scheuern
- reduziert das Packvolumen
Schutzgasverpackung
Bei der Begasung wird nach dem Absaugen ein trockenes Schutzgas, meist Stickstoff, in den Beutel eingeleitet und der Beutel anschließend verschweißt. Das ist sinnvoll, wenn:
- Teile nicht zusammengepresst werden dürfen, etwa empfindliche Baugruppen, Federn oder Teile mit beweglichen Elementen
- scharfe Kanten den Beutel bei starkem Vakuum durchstoßen könnten
- eine trockene, sauerstoffarme Atmosphäre gefordert ist
Mit der Schutzgasfunktion unserer Vakuum-Folienschweißgeräte lassen sich pro Programm bis zu 4 Vakuumzyklen und 3 Begasungszyklen kombinieren. Durch mehrfaches Absaugen und Spülen sinkt der Restsauerstoff im Beutel weiter.
Die richtige Folie: entscheidend für den Langzeitschutz
Die beste Vakuumverpackung nützt wenig, wenn Sauerstoff und Feuchtigkeit mit der Zeit durch die Folie wandern. Wählen Sie die Folie deshalb nach Lagerdauer und Transportweg:
- PE-Beutel schützen vor Staub und Spritzwasser, sind aber auf Dauer durchlässig für Sauerstoff. Sie eignen sich für kurze Lagerzeiten und den innerbetrieblichen Transport.
- PA/PE-Verbundbeutel bieten eine deutlich bessere Sauerstoffbarriere und sind reißfest und durchstoßfest. Sie sind der Standard für vakuumverpackte Metallteile.
- Alu-Verbundbeutel (z. B. Alu/PE) sind nahezu undurchlässig für Sauerstoff und Wasserdampf. Sie sind die richtige Wahl für lange Lagerzeiten, Überseetransporte und hochwertige Teile. Für Alu-Verbundfolien benötigen Sie das Bi-Aktiv-Schweißsystem mit zwei Schweißdrähten.
Passende Beutel finden Sie in unserer Kategorie Folienbeutel.
Teile richtig vorbereiten
Eine Verpackung schließt alles ein, was auf dem Teil ist, auch Feuchtigkeit und Verschmutzungen. Die Vorbereitung ist deshalb genauso wichtig wie die Verpackung selbst:
- Sauber: Entfernen Sie Späne, Kühlschmierstoffreste und andere Verunreinigungen.
- Trocken: Verpacken Sie nur vollständig trockene Teile. Schon ein dünner Feuchtigkeitsfilm kann unter der Folie zu Korrosion führen.
- Mit Handschuhen anfassen: Handschweiß enthält Salze, die auf blanken Oberflächen Korrosion auslösen können.
- Temperatur angleichen: Verpacken Sie keine kalten Teile in warmer Umgebung. Auf kalten Oberflächen bildet sich sofort Kondenswasser, das dann mit eingeschlossen wird.
- Kanten schützen: Decken Sie scharfe Kanten, Gewinde oder Spitzen ab, damit sie den Beutel beim Vakuumieren nicht durchstoßen.
Zusätzlicher Schutz: Trockenmittel und Korrosionsschutzmittel
- Trockenmittelbeutel binden Restfeuchtigkeit in der Verpackung. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung bei Schutzgasverpackungen und langen Transportwegen.
- Korrosionsschutzöle oder -wachse bilden einen Schutzfilm direkt auf der Metalloberfläche und können mit der Vakuumverpackung kombiniert werden.
- VCI-Produkte (flüchtige Korrosionsinhibitoren) wirken über die Gasphase in der Verpackung. Ob und wie sie sich mit einer Vakuumverpackung kombinieren lassen, klären Sie am besten mit dem Hersteller des VCI-Produkts.
Das passende Vakuum-Folienschweißgerät
Unsere Vakuum-Folienschweißgeräte arbeiten mit Saugschnabel. Das Teil bleibt also außerhalb der Maschine, und auch große oder lange Teile lassen sich verpacken, solange die Beutelöffnung zur Schweißnahtlänge passt.
- KT-VP mit Vakuumpumpe: kompakt, benötigt nur einen Stromanschluss, für den täglichen Einsatz im Betrieb. Schweißnahtlängen 350, 450 und 600 mm.
- KT-EJ mit Ejektor: höhere Saugleistung, wartungsfreundlich, für hohe Stückzahlen im Dauerbetrieb. Schweißnahtlängen 450 bis 1000 mm, Druckluftanschluss erforderlich.
Beide Geräte steuern das Vakuum wahlweise über die Zeit oder über den integrierten Vakuumsensor und speichern bis zu 5 Programme. So verpacken Sie wiederkehrende Teile immer mit denselben Einstellungen. Für hohe Teile gibt es den langen Vakuum/Gas-Schnabel, für senkrecht stehende Beutel den Maschinenunterschrank KT-M3 mit höhenverstellbarer Tischauflage.
Mehr zum Verfahren lesen Sie im Ratgeber Vakuumverpacken mit Saugschnabel.
Sie möchten testen, wie Ihre Teile vakuum- oder schutzgasverpackt aussehen? Fordern Sie über unser Anfrageformular eine kostenlose Probeverpackung an oder rufen Sie uns an: +49 711 234 383 00 (Mo–Fr, 08:00–17:00 Uhr).